100 Jahre Diakonie Mönchengladbach – Der Mensch im Mittelpunkt

Das Diakonische Werk Mönchengladbach feierte sein Jubiläum mit einem Festgottesdienst und zahlreichen Gästen aus Kirche, Verbänden und Politik.

In seiner Predigt beim Festgottesdienst zitierte Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, den Leitsatz des Diakonischen Werks: „Wir möchten Menschen ein Leben in Würde ermöglichen.“ Und er dankte allen Mitarbeitenden: „Danke für Ihren großen, unermüdlichen Einsatz, mit dem Sie allen Menschen in Würde begegnen.“ Mit dem Festgottesdienst in der Christuskirche, an dem Vertreter von Kirche, Politik und Verwaltung, Vertreter von Wohlfahrts- und Partnerorganisationen und viele Mitarbeitende teilnahmen, feierte die Mönchengladbacher Diakonie ihr 100jähriges Bestehen. 1924 wurde die Evangelische Jugend- und Wohlfahrtspflege in Mönchengladbach gegründet, aus der später das Diakonische Werk entstand.

Aus diesen Anfängen entwickelt sich ein diakonisches Unternehmen, das heute vielfältige Angebote für wohnungslose Menschen, Streetwork, Sucht- oder Familienberatung ebenso umfasst wie Altenheime, Tagespflege, die Neue Arbeit als Integrationsunternehmen, die Siebenbürgenhilfe und vieles mehr. Das Diakonische Werk Mönchengladbach betreibt unter anderem mit rund 650 Mitarbeitenden zwei Café Pflaster, zwei Radstationen, eine Wäscherei und ein Gäste- und Tagungshaus. Ausgangspunkt und Ziel aller diakonischer Arbeit ist dabei immer der Mensch mit seinen Bedürfnissen, Nöten und Wünschen. „Manuela verbindet einem Gast, der morgens ins Café Pflaster kommt, seine wunden Füße“, sagt Superintendent Denker in seinem Grußwort. „So fangen für mich Menschenwürde und Nächstenliebe an.“

Deshalb rückt die Diakonie Mönchengladbach auch nicht Gebäude oder Statistiken in den Mittelpunkt ihrer Jubiläumsfeierlichkeiten, sondern die Menschen, die in diakonischen Einrichtungen leben oder arbeiten, Angebote in Anspruch nehmen oder sich einbringen. Ein Film und eine Fotoausstellung unter der Überschrift „Mensch! 100 Jahre Diakonie Mönchengladbach“ sind so entstanden und werfen einen liebevollen, berührenden, zutiefst menschlichen Blick auf die diakonische Arbeit. Ihre Premiere erlebten der gelungene Film und die eindrucksvolle Ausstellung beim Festakt in der Christuskirche. Den Machern von Film und Ausstellung ist es dabei gelungen, das Diakonische Werk in seiner ganzen Vielfalt darzustellen und dabei nicht die Institution, sondern die Menschen in den Fokus zu rücken.

Das Diakonische Werk in Mönchengladbach ist eine große Erfolgsgeschichte: von Menschen, für Menschen, mit Menschen. Ohne das Kronenkreuz, Symbol der aus christlichem Fundament erwachsenen Zuwendung zum Nächsten, wäre Mönchengladbach eine kältere Stadt.

Ein paar Beispiele der Arbeit 2023:

Der Fachbereich Wohnungslosenhilfe kümmerte sich 2023 um 803 Männer und 352 Frauen.

Beide Café Pflaster werden täglich insgesamt von 80 bis 110 Menschen besucht.

In den drei stationären Pflegeeinrichtungen der Diakonie leben 211 Menschen.

Der Jugendmigrationsdienst beriet 2023 387 junge Menschen.

Die aufsuchende Flüchtlingshilfe betreute 28 Familien.

Die Erziehungsberatung wurde von 1275 Ratsuchenden in Anspruch genommen.

 

  • 24.5.2024
  • Angela Rietdorf
  • Angela Rietdorf