Pressemitteilung

Solidaritätsbekundung der Synode

Die Synode bekundete auf ihrer Herbsttagung die Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde und allen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern

  • Nr. Pressemitteilung
  • 12.11.2023
  • 2319 Zeichen
Das Wort der Synode lautet:
„Als Synode des Evangelischen Kirchenkreises Krefeld-Viersen sind wir solidarisch mit den Menschen in Israel und stehen an der Seite der jüdischen Gemeinden und der jüdischen Menschen bei uns! Wir nehmen Anteil an ihrer Trauer über die Ermordeten und ihrer Ungewissheit, wer bei dem barbarischen Angriff der Terrorgruppe Hamas getötet, wer verschleppt wurde und wer zu den Geiseln zählt, und an ihrem Bangen darum, wie es ihnen geht.
Wir sind bestürzt und fassungslos, dass die Hamas in Gaza Menschen als Schutzschilde zu ihrem eigenen Schutz missbraucht. Und dass in unserem Land lautstark antijüdischer Hass und Hetze verbreitet werden.
Wir schämen uns dafür, dass jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger bei uns wieder Angst haben müssen, sich erkennbar in der Öffentlichkeit zu zeigen und sich in unserem Land nicht mehr sicher fühlen. Wir sind zutiefst erschrocken, dass sich in unserem Land 85 Jahre nach der Reichspogromnacht wieder so unverhohlen und menschenverachtend Antisemitismus breitmachen kann. Das verurteilen wir zutiefst.
Als Christen glauben wir die bleibende Erwählung Israels als Volk Gottes und haben dies in der Präambel unserer Kirchenordnung festgehalten. Unser Glaube ist aus dem Judentum hervorgegangen und so hören wir als Kirche von dem Apostel Paulus: … „nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel (Israel) trägt dich“ (Röm 11, 18).

Aus dem Hören auf unsere biblische Tradition bekräftigen wir, dass jede Form von Menschenverachtung und Menschenfeindlichkeit gegenüber Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder ihrer Religion oder aus sonst irgendeinem Grund dem Willen Gottes widerspricht. Wir treten durch unser Reden und Verhalten für Menschlichkeit und Verständigung ein und beten für alle Opfer und ihre Angehörigen.“

Eine Schweigeminute folgte.

Umrahmt wurde die Solidaritätsbekundung durch das jüdische Lied nach Psalm 133,1, welches traditionell am Sabbat gesungen wird:
Hinneh  ma tov uma naim
Schewet achim gamjachat,
hineh ma tov
schewet achim gamjachat.

Schön ist´s,
wenn Brüder und Schwestern,
friedlich beisammen wohnen.
In Gemeinschaft finden wir Gottes Frieden.

  • Bettina Furchheim (Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)