Pressemitteilung

Pogromgedenken

  • Nr. Pressemitteilung
  • 8.11.2023
  • 5306 Zeichen

„Im Kontext des zunehmenden Antisemitismus und wachsender Menschenfeindlichkeit um uns herum machen wir in diesem Jahr besonders aufmerksam auf die Gedenkveranstaltungen zum 9. November im Bereich unseres Kirchenkreises. Ich weiß, dass Sie jedes Jahr daran teilnehmen. Vielleicht laden Sie aber dieses Jahr besonders noch mehr Menschen als sonst aus Ihren Gemeinden ein, um ein Zeichen des „Nie wieder“ zu setzen.“ schreibt Superintendentin Dr. Barbara Schwahn in einer Mail an Pfarrer*innen und andere im Kirchenkreis Krefeld-Viersen.

Zum Ökumenischen Friedensgebet in der Evangelischen Kirche Kaldenkirchen anlässlich des 85. Jahrestages der Pogromnacht von 1938 waren viele Menschen aus Kaldenkirchen und Umgebung gekommen – Wider das Vergessen!
In der Andacht und in den Fürbitten wurde Bezug auf heute genommen – auf den erneut aufgekommenen Antisemitismus bei uns, auf das Massaker und den Krieg Nahost. Die Fürbitten aus dem Friedensgebet: Kaldenkirchen_Fürbittengebet für das Pogromnachtgedenken am 7.11.2023 .

Im Anschluss gingen die Teilnehmenden schweigend zur Synagogenstraße und stellten Gedenklichter auf dem Granitband abzustellen, das den Grundriss der ehemaligen Synagoge markiert. Dort wurden die Namen der jüdischen Bürger Kaldenkirchens verlesen, die Opfer des nationalsozialistischen Völkermordes an den Juden wurden.

Krefeld
Am 09. November um 18.00 Uhr findet unsere jährliche Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Reichspogromnacht am Mahnmal auf dem Platz an der Alten Synagoge statt. Bereits ab 16.00 Uhr werden Zeitzeugenberichte eingespielt um mit Passanten in den Austausch zu kommen und einen Beitrag für die offenbar weiterhin so dringend nötige Aufklärungsarbeit zu leisten.
Ich würde mir wünschen, dass auch aus den christlichen Gemeinden unserer Stadtgesellschaft möglichst viele Mitglieder und Mitgliederinnen die diesjährige Gedenkveranstaltung besuchen würden um ein gemeinsames Zeichen der Solidarität zu setzen. Mit Ihrer entsprechenden Unterstützung wird aus meinem Wunsch hoffentlich Wirklichkeit und wir können verstärkt zum Ausdruck bringen, dass unsere Solidarität mit den Menschen in Not und unsere Herzen um vieles größer sind, als es die Sprache der Gewalt je zu sein vermag.“ Aus einem Schreiben von OB Frank Meyer an die Superintendentin.

Meerbusch
Die Stadt Meerbusch richtet am Donnerstag, 9. November, 18 Uhr, am Mahnmal an der Kemperallee in Lank-Latum wieder eine öffentliche Gedenkstunde aus.
Die Botschaft des Abends richtet sich an alle Meerbuscherinnen und Meerbuscher: „Wir setzen gemeinsam wieder ein Zeichen gegen das Vergessen, aber auch für Toleranz und Menschlichkeit in unserer Stadt“, so Bürgermeister Christian Bommers, der auch die Gedenkrede hält. Dazu gibt es Gesang und begleitende Texte.

Dülken
In der Christuskirche, Martin- Luther-Straße 2, gibt es am Donnerstag, 9. November, 18 Uhr, einen ökumenischer Gottesdienst zum Gedenken an die Reichspogromnacht vor 85 Jahren – „Wehret den Anfängen!“ Sie stand einst gegenüber der evangelischen Kirche und war mehr als vier Jahrzehnte Gebetsstätte, Schule und Ort der Begegnung der jüdischen Gemeinde in Dülken, bis sie 1938 in der Reichspogromnacht in Flammen aufging.

Kempen
Am Donnerstag, den 9. November, um 19.30 Uhr am Mahnmal für die ehemalige Kempener Synagoge, Umstraße 5, spricht Frau Dr. Ina Germes-Dohmen, die Vorsitzende des Kempener Geschichts- und Museumsvereins.

St. Tönis
Mit Licht ein Zeichen setzen“ am Donnerstag, 9. November, 20.30 Uhr, St. Töniser*innen in einem großen Lichterzug zum Mahnmal anlässlich der Reichspogromnacht. Treffpunkt: An der Pforte der Pfarrkirche St. Cornelius.
Zusammen mit den weiterführenden Schulen (Schüler*innen haben Reden vorbereitet) und den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden vor Ort wird mit den Bürger*innen der Stadt in diesem Jahr besonders auch der aktuellen Situation und dem zunehmenden Antisemitismus in unserer Gesellschaft gedacht.

Uerdingen
„Krieg soll um Gottes Willen nicht sein!“ So hatten es die christlichen Kirchen nach dem Zweiten Weltkrieg gefordert. Keine Verfolgung von Personen wegen ihrer Herkunft, Hautfarbe, sexuellen Orientierung oder ihres Glaubens, auch kein Krieg oder Bürgerkrieg! Aus Anlass des Jahrestages der Zerstörung der Uerdinger Synagoge am 10. November 1938 und der Plünderung einiger Ladenlokale von jüdischen Kaufleuten findet wieder ein Mahngang statt, maßgeblich gestaltet von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums am Stadtpark: am Freitag, den 10. November um 17 Uhr. Der Mahngang beginnt in St. Peter, Oberstraße; der Gang führt zur Gedenktafel der früheren Uerdinger Synagoge und zu den Stolpersteinen in der Bruchstraße. Der Abschluss ist in der Michaelskirche.

Viersen
Sonntag, 12. November 2023, 17.00 Uhr, St. Remigius, Remigiusplatz 11a, 41747 Viersen.
Die evangelische und die katholische Kirchengemeinde der Stadt Viersen begehen in Erinnerung an die Reichspogromnacht und die Viersener Toten der Shoa den 39. Ökumenischen Gottesdienst.

  • Bettina Furchheim (Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
  • Bettina Furchheim (Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)