Den Ruf an die Menschen weitergeben

  • 16.07.2026

Nach seiner Ordination freut sich Diakon Simon Fischer besonders auf den Bereich Verkündigung.

Im Gemeindezentrum der evangelischen Kirchengemeinde in Brüggen hängen die Themen an der Wand, die in den vergangenen Wochen und Monaten im Kirchlichen Unterricht behandelt wurde: „Christentum in Amerika“ steht da, „Anfänge des Christentums“, „Okkultismus“ oder „Gebet“. „Wir haben die Jugendlichen gefragt, welche Themen sie interessieren und das ist das Ergebnis“, erklärt Simon Fischer, Diakon und seit Ende Juni ordiniert. Wir – das ist ein engagiertes Team, das den Kirchlichen Unterricht vorbereitet. Simon Fischer gehört dazu. Seit vier Jahren arbeitet er als Diakon bei der Ev. Kirchengemeinde Brüggen-Elmpt.

„In der Kinder- und Jugendarbeit habe ich tatsächlich bei Null angefangen, ich musste vieles lernen“, sagt der 39jährige rückblickend. Lange war die Altenpflege sein Arbeitsgebiet. Er stammt aus Troisdorf bei Bonn, wo er auch seine Ausbildung zum Altenpfleger absolvierte und bei einem ambulanten Pflegedienst sowie im Altenheim arbeitete. Neben dieser Tätigkeit jedoch machte er berufsbegleitend die zweijährige Ausbildung zum Diakon. „Ich bin ein sehr gläubiger Mensch und habe mir immer gewünscht, im kirchlichen Bereich zu arbeiten“, erklärt er. Zu diesem Zeitpunkt habe er die Ausbildung aber erst einmal einfach aus Interesse gemacht.

Da er familiäre Beziehungen nach Brüggen hat und die idyllisch gelegene Gemeinde auch ein schönes Umfeld für das Aufwachsen seiner Söhne bietet, zieht die junge Familie an den Niederrhein. Simon Fischer arbeitet weiter in der Altenpflege, denkt aber in der Corona-Zeit verstärkt über seine Zukunft nach und bewirbt sich schließlich spontan bei der Kirchengemeinde Brüggen, in der er bereits ehrenamtlich mitarbeitet und im Presbyterium sitzt. Er übernimmt 2022 die frei gewordene Stelle des Gemeindediakons und beginnt 2025  in Absprache mit dem Presbyterium, das die Gemeinde zukunftssicher aufstellen will, mit dem Ordinationskurs. „Ich wollte immer gern in den Bereich Verkündigung“, sagt er. Was hat ihm an Ordinationskurs am besten gefallen? „Den größten Lerneffekt gab es im Bereich Liturgie,“ stellt er fest. „Hier die Hintergründe, Abläufe und Regelungen genau zu kennen, hat mir viel gebracht. Als große Bereicherung meiner Arbeit empfinde ich die seelsorgerlichen Gespräche.“ Erfahrung im Umgang mit Trauernden bringt er aus seiner Arbeit als Altenpfleger mit, nun kommt das geistliche Element verstärkt dazu. Das ist ihm wichtig und deswegen fühlt er sich in der evangelischen Gemeinde in Brüggen zu Hause. „Ich bin hier sehr offen aufgenommen worden und erlebe eine lebendige Gemeinschaft mit einer starken geistlichen Basis“, sagt Simon Fischer.

Als Predigttext bei seinem Ordinationsgottesdienst wählte er Matthäus 11,28, den Heilandsruf, der für diesen Sonntag auch vorgesehen war. „Das ist ein großartiger Text und passte für mich als Prädikant besonders gut. Es ist der Ruf, den ich an die Menschen weitergeben möchte.“

 

  • Angela Rietdorf
  • Ev. Kirchengemeinde Brüggen-Elmpt