„Die Ordination ist für mich der allerbeste Schritt“

  • 28.07.2026

Jugendreferent Detlef Bonsack ist jetzt ordinierter Diakon. Beim Predigen ist ihm Authentizität besonders wichtig.

Sein Konfirmationsspruch aus dem Galaterbrief hat ihn ein Leben lang begleitet: „In Christus Jesus gilt der Glaube, der durch die Liebe tätig wird.“ Folgerichtig wählt Detlef Bonsack ihn als Ordinationsspruch. Die tätige Liebe, die das Böse mit Gutem überwindet, steht auch im Mittelpunkt seiner Predigt im Ordinationsgottesdienst. Musikalisch interpretiert wird das Predigtthema durch die Musikauswahl: Unter anderem tönt der Achtziger-Jahre-Hit „Ich düse, düse, düse im Sauseschritt und bring die Liebe mit“ durch die Wickrathberger Kirche und bringt die Zuhörerschaft zum Mitwippen und Mitsummen. „Ich bin kein Volltheologe, ich predige aus eigner Erfahrung“, sagt Detlef Bonsack. „Es ist mir wichtig, authentisch zu sein.“

Mit dem Abschluss des Ordinationskurses und der Ordination macht der 63jährige Jugendreferent des Kirchenkreises Gladbach-Neuss einen weiteren Schritt auf dem Weg der beruflichen und persönlichen Entwicklung. „Ich habe mich immer gern fortgebildet und die Ordination ist für mich jetzt der allerbeste Schritt, den ich tun konnte“, stellt er fest.

Detlef Bonsack stammt aus Lennep. Dass er die Schule mit dem Fachabitur verlässt, um Erzieher und Diakon zu werden, stößt in seiner Umwelt nicht überall auf Verständnis. „Einer meiner Lehrer meinte, da könne ich auch männliche Hebamme werden“, erinnert er sich lachend. Aber er ist von seinem Berufswunsch überzeugt. Die Aufgaben, die auf ihn zukommen, kennt er bereits aus ehrenamtlichem Engagement. Fünf Jahre später ist er Erzieher und Diakon. Die kirchliche Jugendarbeit ist immer sein Ziel und 1990 beginnt er in Erkelenz als Diakon im Kinder- und Jugendbereich zu arbeiten. Kindergottesdienst, Konfi-Unterricht, offene Jugendarbeit gehören zu seinen Aufgaben. Berufsbegleitend studiert er von 1996 bis 2000 Sozialpädagogik in Aachen. Später kommt noch eine Ausbildung zum systemischen Berater hinzu. 2019 wechselt er als Jugendreferent zum Kirchenkreis. „Das war eine sehr gute Entscheidung, so kann ich die Erfahrungen weitergeben, die ich gemacht habe“, stellt er fest.

Die Ordination ist für ihn ein wichtiger persönlicher Schritt. Für die nun anstehenden Aufgaben bringt er Erfahrung mit. „Ich habe mit Sondergenehmigung auch schon vorher getauft, getraut und beerdigt“, sagt er. Gerade Beisetzungen empfindet er als etwas ganz Besonderes. „Die Lebensgeschichte eines Verstorbenen zu vermitteln und Menschen in Trauer zu begleiten, ist eine besondere Aufgabe, die mich anspricht“, erklärt er.

  • Angela Rietdorf
  • Red