„Schokolade ist Gottes Entschuldigung für Brokkoli.“ Jedes Mal, wenn ich das Schild an der Bürotür meiner Kollegin sehe, muss ich schmunzeln. Ehrlich gesagt: ich mag beides unheimlich gerne: Schokolade und Brokkoli, nur nicht gleichzeitig.
„Wo Schokolade ist, da ist auch Hoffnung.“ Kurze Zeit später entdecke ich das Profilbild meiner Nachbarin und muss wieder schmunzeln. Recht hat sie! Ein Leben ohne Schokolade geht gar nicht. Wie oft war sie schon Retter in der Not, dann wenn es richtig stressig war. Oder wenn ich einfach mal genießen wollte. Eine leckere Tasse Kaffee und ein Stück Schokolade. Sehr lecker! Brauche ich ein kleines Geschenk, ein Dankeschön, eine Aufmerksamkeit: etwas mit Schokolade kommt immer gut an.
Aber Moment mal. Eigentlich haben wir doch gerade die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern, die Fastenzeit. Das heißt strenggenommen: Verzichten. Also nichts naschen. Viele verzichten auf Schokolade und andere Süßigkeiten. Da hat der Brokkoli eindeutig die besseren Karten. Aber wie ist das dann mit der Hoffnung? Heißt Schokolade denn wirklich gleichzeitig auch Hoffnung? Hoffnung auf bessere Zeiten? Hoffnung auf Gesundwerden? Hoffnung auf erfolgreich sein?
Nein, das heißt es nicht automatisch. Ich kann noch so viel Schokolade essen, glücklich und froh bin ich vielleicht nur einen Moment. Die Fasten- und Passionszeit lädt uns nicht nur ein zu verzichten, nein, viele Menschen benutzen sie auch, um Dinge einmal bewusst ganz anders zu machen: Zeit für die wichtigen Dinge, für kleine Auszeiten. Oder: „Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte“- Leben und Miteinander so probieren, wie es das Motto der diesjährigen Fastenaktion der evangelischen Kirche ist. Die Möglichkeiten sind groß. Besonders in diesen schwierigen Zeiten, in denen uns die Nachrichten aus aller Welt bedrücken, möchte ich meinen Blick auf die Hoffnung lenken.
Hoffnung kann ich bei den Menschen aus meiner Familie, bei den Kumpels und Freundinnen oder beim Kollegenteam finden. Denn hier sind Menschen, die ich mag, die an meiner Seite sind, die mich mögen. Und dann ist da noch einer, der für mich da ist, wenn ich dringend eine Portion Hoffnung brauche: Gott. Er sieht mich mit meinen Sorgen und Ängsten. Er ist bei mir, wenn ich nicht weiterkomme. Er sorgt nicht dafür, dass ich durch alles Schlechte einfach hindurchschwebe. Nein, er geht mit mir und trägt mich hindurch. Ich finde, das ist auch ein toller Spruch: „Wo Gott ist, da ist auch Hoffnung!“
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in eine hoffnungsvolle Woche!
Diakon Björn Kalmus
Evangelische Emmaus-Kirchengemeinde Willich
