Votum/Begrüßung/Eröffnung mit Replik auf Aktuelles
Im Namen Gottes, des Vaters der eine paradiesische, friedliche Welt geschaffen hat, im Namen des Sohnes, der gesagt hat: Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht (Joh 14, 21) und im Namen der heiligen Geistkraft, die unermüdlich Frieden unter uns schafft. Amen.
Nein, es wurde kein Krieg beendet, es ist ein neuer ausgebrochen, im Nahen Osten, der das Zeug dazu hat, zu einem Flächenbrand zu werden. Israel und die USA bombardieren den Iran und dieser schlägt zurück, schlägt wild um sich in nur mittelbar beteiligten Staaten wie Dubai. Andere unterstützen den Iran, wie die Hisbollah im Libanon, und schießen auf Israel.
Wir hören und sehen Bilder von gestrandeten Urlauberinnen und Urlaubern auf Flughäfen und in Hotels in Ländern, die nur mittelbar mit dem neu aufgeflammten Krieg in Nahost zu tun haben. Manche auf der Durchreise ganz woanders hin, die nicht mehr weiterkommen, weil der Luftraum dicht ist. Die Spritpreise bei uns schnellen in die Höhe wegen der geschlossenen Strasse von Hormus und die Sorge um noch mehr steigende Lebensmittelpreise greift um sich. Auch die Folgen dieses Krieges sind bei uns angekommen. Wir sehen weniger Bilder aus der Ukraine und aus Gaza. Ist ja auch kaum auszuhalten alles zusammen, und wir wissen nur zu gut, dass auch dort nichts besser wird, sondern alles nur noch schlimmer für die Menschen. Wir suchen heute wieder nach einem Grund für Hoffnung, nach Wegen zum Frieden. Mit unseren Liedern und Hoffnungstexten aus der Bibel.
Lied: Freunde, dass der Mandelzweig (Liederbuch zwischen Himmel und Erde Nummer 268)
Lassen Sie uns Worte voller Hoffnung darauf sprechen, dass die Welt sich zum Guten wenden kann:
Psalmgebet im Wechsel (Lieder zwischen Himmel und Erde)
Alle Länder der Erde, die Regierungen aller Völker, die Bewohner der Städte, die Menschen aller Landschaften, haben sich geeinigt.
Sie loben Gott, ihren Herrn. Sie führen kleine Kriege mehr.
Sie misshandeln keine Menschen. Sie kämpfen nicht mehr gegeneinander.
Sie zerstören nicht mehr die Erde, sie legen die Schöpfung zurück in Gottes Hand.
Sie haben erkannt: Gott allein ist der Herr.
Sie dienen Gott mit großer Freude.
Helfen und Heilen ist ihnen in Fleisch und Blut übergegangen.
Ihre Freude wirkt wie eine ansteckende Gesundheit.
Noch viele Menschen werden diese Freude weitergeben und von ihr erzählen.
Alle Länder der Erde, die Regierungen aller Völker, die Bewohner der Städte, die Menschen aller Landschaften verwirklichen die Güte Gottes. (nach Psalm 100)
Auslegung zum Monatsspruch: Da weinte Jesus. (Joh 11, 35)
Wir sind in der Passionszeit. In der Zeit, in der wir nach der Tradition an das Leiden von Jesus und an sein Sterben denken und an das Leiden und Sterben von Menschen. Eine Zeit im Kirchenjahr, in der wir uns dem Leiden und dem Sterben von Menschen aussetzen. Manche Zerstreuungen sein lassen und uns auf das Wesentliche, auf Leben und Tod besinnen. Die Fastenaktion 7 Wochen ohne lädt uns dazu ein. 7 Wochen ohne Härte sind dieses Mal dran. 7 Wochen, in denen wir unsere berechtigten Schutzmechanismen mal beiseite tun. Unsere Panzer, die wir uns vielleicht zugelegt haben, um uns vor Angriffen von Menschen mit Worten und Lügen zu schützen. Unsere Scheuklappen, die uns vor den Bildern von Not und Elend in den Kriegen schützen. Unsere Kopfhörer, die uns mit unserer Lieblingsmusik beschallen, damit wir Nachrichten und Wehklagen und Weinen von Menschen nicht mit bekommen müssen. Unsere Zerstreuungen durch Lieblingsserien oder Podcasts oder Wochenendtrips in die nähere Umgebung, die unsere Gedanken ablenken von der sich zuspitzenden Weltlage. Hauptsache mal raus, auf andere Gedanken kommen.-
7 Wochen ohne Härte. 7 Wochen, in denen wir uns bewußt anrühren lassen vom Leiden der Menschen und mit ihnen leiden.
Warum das? Wem hilft das? Wer überlebt besser in der Ukraine oder in Gaza oder im Iran, wenn es mir auch noch schlecht geht?
Vielleicht kann man sagen: Die Empathie ist der Anfang von allem. Menschlichkeit lebt auf, Liebe breitet sich aus, in den Herzen und dann auch im Zusammenleben. Aus der Empathie heraus denken wir nach über unser Handeln und so beginnt neues Leben, wir kommen ins Tun.
Der Monatsspruch für März lautet schlicht: Da weinte Jesus. Auch Jesus hat sich berühren lassen von den Menschen. Es gibt nicht viele Stellen, in denen von Gefühlsregungen Jesu ausdrücklich die Rede ist. Aber hier ist es mal so. Er weint, als er davon hört, dass sein Freund Lazarus gestorben ist. Und er die Verzweiflung der Angehörigen, von Marta und Maria, -wie wir wissen auch seine Vertrauten-, spürt. Die Leute sehen darin Trauer um einen Freund. „Seht, wie lieb er ihn hatte.“ Wahrscheinlich sind es aber gemischte Gefühle, die Jesus die Tränen in die Augen treiben. Auch dass die beiden Frauen sagen: Wenn du da gewesen wärst, wäre Lazarus nicht gestorben. Oder ihr Glaube daran, dass er vor dem Tod retten kann? Oder auch die Trauer darüber, dass sie nicht verstehen, was er damit meint, wenn er etwas weiter vorne sagt: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben auch wenn er stirbt (Joh 11, 25), was ewiges Leben heißt schon im Hier und Jetzt, in der vom Tod bedrohten Welt? Auch von Zorn lesen wir, in seinem Inneren, und tiefer Erschütterung, als er die Menschen reden hört: Warum hat er ihn dann sterben lassen?
Dass er mit dem Herzen dabei ist in dieser Situation, dass er empathisch ist und seine Gefühle auch zeigt, ist der Anfang von neuem Leben. Es bringt ihn ins Handeln. Seine Empathie und der Glaube, dass Gott handelt. Und er holt Lazarus aus dem Grab.
Wo wir mit leiden, empathisch sind, breitet sich Lebensmut aus, auch da wo Menschen dem Tod geweiht sind. Und wir handeln, wir beten und tragen ganz praktisch dazu bei, dass Menschen leben können, dass ewiges Leben sich ausbreitet.
Der Anfang, das ist das Mit-Leiden. Das uns Anrühren lassen von den Menschen.
Lied: Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehen (Lieder zwischen Himmel und Erde, Nummer 282)
Kollektenansage: Aktion Medeor
Fürbitten
L: Lasst uns zu Gott beten, für Frieden, aufrichtig mit leidend an und mit der Welt:
L: Wir beten zu Gott für die Verantwortlichen für die Kriege dieser Tage. Schenke ihnen Einsicht und Bereitschaft
- vom gewaltsamen Durchsetzen ihres Machtanspruches abzulassen.
- den Glauben, Bedrohung und Hass mit Waffen abwehren zu können, aufzugeben.
- die sehr, sehr eingeschränkte Wirkung von Waffengewalt als Mittel zur Verständigung und Friedenssicherung einzusehen
- die Ausweitung des Krieges auf den ganzen Nahen Osten mit Auswirkungen auf die ganze Welt zu unterlassen
- für faire Verhandlungen, damit sich Wege zu Frieden und Freiheit öffnen.
Wir rufen zu Gott:
G: Herr, gib uns deinen Frieden
L: Wir beten um europäische und weltweite Allianzen für den Frieden der Staaten und Nationen guten Willens.
Wir rufen zu Gott:
- Herr, gib uns deinen Frieden.
L: Wir beten zu Gott für die unschuldigen Opfer aller Kriege, für die an der Front und für die, die zwischen die Fronten geraten, die Heimat und Geborgenheit verlieren, für die Flüchtenden, die Hungernden, die Kinder, Frauen und alten Menschen, die ohnmächtig dem Krieg ausgesetzt sind.
Wir rufen zu Gott:
G: Herr, gib uns deinen Frieden.
L: Wir beten zu Gott für die jungen Menschen, die sich nun auch wieder in Deutschland zum Wehrdienst melden sollen. Um Orientierung für ihre Entscheidung. Für Familien, in denen sich die Angst breit macht, dass ihre Kinder in den Krieg ziehen müssen.
Wir rufen zu Gott:
G: Herr, gib uns deinen Frieden
L: Wir beten zu Gott für alle, die für Nachrichten und Wertungen, für Bilder und Worte in den Medien verantwortlich sind, dass sich die Wahrheit durchsetzt gegen Lüge, Hetze und Propaganda.
Wir rufen zu Gott:
G: Herr, gib uns deinen Frieden
L: Wir beten zu Gott für uns selbst um Empathie mit den unter den Kriegen Leidenden und um Einsicht in die Zusammenhänge, dass wir mitwirken können an geeigneten Lösungen zum Frieden, indem wir bei uns im Land anfangen. Dass wir Zeichen setzen können für diejenigen, die in der Verantwortung stehen.
Wir rufen zu Gott:
G: Herr, gib uns deinen Frieden
L: Wir beten zu Gott für alle Menschen, die von Angst und Sorge erfüllt sind, dass dein Friede sich bei allem Menschen ausbreite, dein Friede, der alles Denken und Fühlen übersteigt.
Wir rufen zu Gott:
- Herr, gib uns deinen Frieden.
Segen
Eines Tages, Herr, wird die Erde blühen. Die Wüsten werden zum Garten Eden. Die Menschen gehen auf die Straßen und teilen die Liebe aus. Liebe aus erster Hand.
Geht hin in Frieden, denn selig sind, die unsre Welt beschützen. Ihr werdet leben. Amen. (Lieder zwischen Himmel und Erde, Seite 30)
Lied: Unfriede herrscht auf der Erde (Lieder zwischen Himmel und Erde, Nr. 277)
