Trost & Hoffnung am Totensonntag/Ewigkeitssonntag

Alltagsimpulse     Wie die Ewigkeit in unsere Welt hineinstrahlt

„Er ist mir in die Ewigkeit vorausgegangen“ sagen Christen schon mal, wenn ein geliebter Mensch gestorben ist. Daher kommt es, dass aus dem Totensonntag im Laufe der Zeit der Ewigkeitssonntag wurde. Im Vordergrund soll die Hoffnung auf ein ewiges Leben stehen und der Trost, der damit einhergeht. In jedem Fall ist das der Tag, an dem evangelische Christen rituell an ihre Toten denken. Angehörige gehen auf den Friedhof oder besuchen einen Gottesdienst, in dem die Namen der Verstorbenen des letzten Jahres verlesen werden. Im Empfinden der Hinterbliebenen ist und bleibt es wohl eher ein Totensonntag.  Mit all den Gefühlen, die an diesem Tag noch einmal besonders aufbrechen.

Da ist die Trauer über den Verlust und die Einsamkeit mit Fragen wie: Wie soll ich ohne ihn zurechtkommen. Alles haben wir über Jahrzehnte gemeinsam gemacht. Alleine hat ja alles keinen Sinn mehr. Jeden Tag frisch kochen, in Urlaub fahren, wandern gehen, Konzerte besuchen. Das alles macht jetzt keine Freude mehr. Wozu das alles? Der Ärger und die Wut: Warum ist sie einfach so gegangen.  So früh. Warum hat sie mich einfach so allein gelassen. Mit dem Loch, das sich auf einmal auftut, plötzlich und unerwartet. Gerade eben aus dem Haus gegangen, eine Stunde später steht die Polizei vor der Tür: Es tut uns leid. Ein Unfall.

Oder auch die Erschöpfung nach jahrelanger aufopferungsvoller Pflege, als es nichts mehr gab außer, für den geliebten Partner oder die Partnerin da zu sein. Oder die Verzweiflung: Warum ist mein Kind vor mir gegangen. Da stimmt doch etwas nicht. So ist das doch nicht vorgesehen. Gut, wenn es dafür Raum gibt. In der Stille am Grab oder beim Vorlesen der Namen und Anzünden einer Kerze für jeden geliebten Menschen, der gegangen ist. Ein schwerer Gang, sich dem auszusetzen.

Und zugleich bietet er die Chance, dass sie doch hereinbricht, die Ewigkeit. Ein Sonnenstrahl, der just in dem Moment am Grab hervorscheint, kann so ein Glanz der Ewigkeit sein. Genauso wie ein Trostwort aus der Bibel, das gemeinsame Singen eines Trostliedes oder eine einfühlsame Musik im Gottesdienst. Hoffnung stiftendes Erleben. Und ein Funke Gewissheit flammt auf, dass mein geliebter Mensch nicht nur in meiner Erinnerung lebt. Er ist aufgehoben in der Ewigkeit Gottes. In diesem Sinne einen gesegneten Totensonntag im Glanz der Ewigkeit.

Ihre Barbara Schwahn

Dr. Barbara Schwahn