„Wir freuen uns mit der jüdischen Gemeinde über die Freilassung der Geiseln!“
Krefeld – Am vergangenen Freitag besuchte die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises, Dr. Barbara Schwahn, gemeinsam mit dem Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, die jüdische Gemeinde in Krefeld. Anlass war der Jahrestag des 7. Oktober – dem Tag, an dem im Jahr 2023 die Terrororganisation Hamas verheerende Anschläge auf Israel verübte und zahlreiche Menschen verschleppte. Die Solidarität, das Gedenken und die Stärkung des interreligiösen Dialogs standen im Mittelpunkt des Besuchs.
Zu der Delegation gehörten neben Superintendentin Schwahn und Präses Latzel auch Wolfgang Hüllstrung (landeskirchlicher Beauftragter für den christlich-jüdischen Dialog), Pfarrer Christian Dierlich (kreiskirchlicher Beauftragter für den christlich-jüdischen Dialog). Annette Vetter (Schulreferentin Duisburg/Niederrhein und nebenamtliches Mitglied der Kirchenleitung) sowie der Moerser Superintendent Wolfram Syben. In der Synagoge an der Wiedstraße wurden sie von Rabbiner Wagner und dem Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde, Samuel Naydych, empfangen.
Jüdische Gemeinde ist stark geprägt von den Ereignissen des 7. Oktober
Bei der Besichtigung der Dauerausstellung auf der Empore des Foyers rückten die Gastgeber vor allem die neue Ausstellungsvitrine in den Fokus, die sich explizit mit den Ereignissen des 7. Oktober befasst. In den anschließenden Gesprächen wurde eindrücklich sichtbar, wie sehr die Gemeinde durch die Ereignisse betroffen und geprägt ist, aber zugleich mit Hoffnung und Widerstandskraft das Miteinander weiter gestaltet.
„Dieser Besuch war kein symbolischer Akt, er war ein Zeichen von Solidarität, Respekt und Zuwendung“, so Barbara Schwahn. „Wir wollten damit zum Ausdruck bringen, dass wir an der Seite der jüdischen Gemeinde stehen, gerade in Zeiten, in denen Gewalt und Terror das Leben von Menschen bedrohen.“
Freude über Geisel-Freilassung und Hoffnung auf ein Ende des Gaza-Krieges
Während des Besuchs am Freitag war noch ungewiss, ob die von der Hamas zugesagte Freilassung der israelischen Geiseln tatsächlich erfolgen würde. „Umso mehr freuen wir uns heute mit der jüdischen Gemeinde, dass die Geiseln gestern tatsächlich freigelassen wurden“, so Superintendentin Barbara Schwahn. „Wir wissen um das Leid, das diese Menschen und ihre Familien erdulden mussten. Wir sind erleichtert, dass dieses Leiden nun ein Ende hat und die Waffen in Gaza endlich ruhen. Darin sehen wir die Chance, dass sich die humanitäre Lage in der Region verbessert. Von Herzen hoffen wir auf ein wirkliches Ende des Krieges – und darauf, dass sich für alle Menschen in Israel und den palästinensischen Gebieten Wege öffnen, in denen Frieden und Sicherheit nicht nur Hoffnung bleiben, und am Ende auch Heilung und Versöhnung möglich werden.
- Ramona Kullick
- Evangelischer Kirchenkreis Krefeld-Viersen
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