Gemeinsam statt allein:
Synode setzt auf gemeinsame Personalplanung

Kempen/Krefeld. Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Krefeld-Viersen hat den Weg für eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Kirchenkreis und Gemeinden freigemacht. Mit großer Mehrheit beschlossen die 91 anwesenden Synodalen ein Rahmenkonzept zur gemeinsamen Personalplanung und -entwicklung. Künftig können Gemeinden die Verantwortung für Personal in den Bereichen Jugendarbeit, Senior*innenarbeit und Kirchenmusik freiwillig an den Kirchenkreis übertragen.
Das Konzept reagiert auf die Herausforderungen sinkender personeller und finanzieller Ressourcen sowie auf die zunehmenden Anforderungen an die Presbyterien. Ziel ist es, fachliche Qualität zu sichern, Personalgewinnung und Personalführung professionell zu unterstützen und kirchliche Angebote langfristig zu erhalten. Ob sie sich an der neuen Struktur beteiligen, entscheiden die Gemeinden weiterhin selbst.
Diakonische Arbeit gemeinsam stärken
Wie kann die Kirche Menschen auch künftig mit ihren sozialen Angeboten erreichen und unterstützen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Synode im Blick auf die Zukunft der diakonischen Landschaft im Kirchenkreis. Ziel ist es, die zahlreichen bestehenden Angebote von Gemeinden, Einrichtungen und Werken stärker miteinander zu vernetzen, ihre Sichtbarkeit zu erhöhen und sie gemeinsam weiterzuentwickeln.
Zugleich bekräftigte die Synode die Rolle des Diakonischen Werks Krefeld & Viersen als Beratungs- und Unterstützungspartner für Kirchengemeinden und diakonische Träger. Gemeinden sollen dabei begleitet werden, ihr diakonisches Profil weiterzuentwickeln und soziale Verantwortung vor Ort noch stärker sichtbar zu machen.
Weitere Themen und Beschlüsse
Die Synode stimmte außerdem einer neuen Finanzierung der Kita-Verwaltung zu. Die Kosten für Verwaltungsaufgaben der Kindertagesstätten sollen künftig dort getragen werden, wo sie entstehen. Statt die Aufwendungen wie bisher über die allgemeine Kirchenkreisumlage zu finanzieren, werden sie den beiden Kita-Trägern im Kirchenkreis – dem Zentrum Evangelische Kindertagesstätten (ZEK) und dem Evangelischen Gemeindeverband Krefeld – direkt zugeordnet. Da für diese Aufgaben bereits Verwaltungsmittel in der Kita-Finanzierung vorgesehen sind, soll die Neuregelung den Kirchenkreishaushalt entlasten. Davon können langfristig auch die Kirchengemeinden profitieren, weil ihnen ein größerer Anteil ihrer Kirchensteuereinnahmen erhalten bleibt.
Zum Stand der Modernisierung des Verwaltungsamtes an der Pauluskirche in Krefeld berichtete der Kreissynodalvorstand, dass die notwendige Baugenehmigung inzwischen vorliegt. Der Baustart ist für September 2026 vorgesehen. Bis Frühjahr 2028 soll das Gebäude umfassend energetisch modernisiert und für die Anforderungen einer zeitgemäßen Verwaltung fit gemacht werden. Die Kosten werden weiterhin mit rund 5,5 Millionen Euro kalkuliert.
Mit großer Mehrheit sprach sich die Kreissynode zudem dafür aus, die TanzKirche „DanceFlowSpirit“ dauerhaft als kreiskirchliches Handlungsfeld weiterzuführen. Das Projekt, das bislang im Rahmen eines Erprobungsraums von der Landeskirche gefördert wurde, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil kirchlichen Lebens und der Kulturszene in Krefeld entwickelt. Mit rund 1.200 Teilnehmenden jährlich erreicht „DanceFlowSpirit“ Menschen weit über die Grenzen klassischer Gemeindearbeit hinaus. Ab Dezember 2026 übernimmt der Kirchenkreis die vollständige Finanzierung des Projekts.
Ein deutliches Signal setzte die Synode zudem für die Beteiligung junger Menschen. Die im März gegründete Kinder- und Jugendvertretung des Kirchenkreises soll künftig ein eigenes Antragsrecht in der Kreissynode erhalten. Eine abschließende Prüfung des Beschlusses durch die Landeskirche steht noch aus.
Wahlen

Da Axel Stein, Assessor und damit erste Stellvertretung von Superintendentin Barbara Schwahn, zum 1. August in den Ruhestand tritt, wählte die Synode die Berufsschulpfarrerin und bisherige Skriba (Schriftführerin & 2. Stellvertretung der Superintendentin) Petra Vahrenhorst zur neuen Assessorin des Kirchenkreises. Als Assessorin übernimmt sie künftig die erste Stellvertretung der Superintendentin und gehört zur Leitung des Kirchenkreises.
- Ramona Kullick
- Evangelischer Kirchenkreis Krefeld-Viersen
- 021517690400
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