Pressemitteilung

Liu Xiaobo - der Kämpfer für eine bessere Welt

  • 10.07.2023

Der Gedenkgottesdienst findet statt am Donnerstag, 13. Juli 2023, 18 Uhr in der Thomaskirche, Kerkener Straße 11, in Kempen.
Und wird per Zoom weltweit übertragen.

Zugeschaltet werden ehemalige Weggefährten Liu Xiaobos, die mit ihm 1989 auf dem Tian’anmen Platz demonstriert haben und jahrelang in Gefängnissen eingesperrt waren:
Dr. Wang Dan in New York und Li Hengqing in Washington, beide 1989 Studentenführer.
Prof. Dr. Perry Link, ehemaliger Professor in Princeton, der sowohl als innovativer Wissenschaftler der modernen chinesischen Literatur bekannt ist als auch als Autorität der zeitgenössischen chinesischen Politik und des intellektuellen Lebens.
Weiterhin chinesische Frauen und Männer, die im Exil leben und versuchen demokratische Bewegungen außerhalb und innerhalb Chinas zu unterstützen.

Redebeiträge im Gottesdienst haben zugesagt: Dr. Martin Plum MdB, Bundestagsabgeordneter für den Kreis Viersen sowie Christoph Dellmanns, Bürgermeister der Stadt Kempen.

Vorbereitet haben den Gedenkgottesdienst:
Tienchi Martin-Liao, sie wurde in Nanjing, Festlandchina, geboren und wuchs in Taiwan auf. Von 2009 bis 2013 und von 2016 bis 2020 war sie Präsidentin des unabhängigen chinesischen PEN-Zentrums.
Yongzhong Pan, Autor und zuständig für die visuelle Übertragung.
Pfarrer Roland Kühne und Robert Ingenhorst, Lehrer am Rhein-Maas Berufskolleg.
Dagmar Kiep, Kirchenmusikerin, musikalische Gestaltung.

Angefragt:
Prof. Dr. Jhy-Wey Shieh, Repräsentant von Taiwan

Für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte

Gedenkgottesdienst 13. Juli 2023 in Kempen!
Pfarrer Roland Kühne und allen anderen Mitwirkenden ist wichtig: „Wir wollen die Stimme Liu Xiaobos, die von den Machthabern Chinas ausgelöscht wurde, immer wieder zum Erklingen bringen. Seine Texte bilden ein Statement über seinen Tod hinaus und können die Aktivist*innen weltweit für ein demokratisches China kraftvoll unterstützen.“ Aktuell inhaftierte oder von der Bildfläche verschwundene Autor*innen, Journalist*innen und politische Gefangene stehen dadurch mit im Mittelpunkt.

Rückblick:
Oslo, 10. Dezember 2010: Schriftsteller und Systemkritiker Liu Xiaobo wird der Friedensnobelpreis verliehen. Doch weder der inhaftierte chinesische Dissident und Menschenrechtler (wegen seines Engagements für mehr Bürgerrechte und Demokratie in China zu elf Jahren Haft verurteilt) noch Familienangehörige durften den Preis in Oslo entgegennehmen. Der Stuhl blieb leer.
Berlin, 10. Dezember 2010: „Warum ist Xiaobo nicht in Oslo“ – lauten die chinesischen Schriftzeichen übersetzt, die Schülerinnen und Schüler vom Berufskolleg Kempen (heute: Rhein-Maas Berufskolleg) in ihren Händen hielten. Sie demonstrieren vor der Chinesischen Botschaft in Berlin für die Freilassung von Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo, zusammen mit noch weiteren Demonstranten zweier Organisationen. Zeitgleich zur Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo. Begleitet werden sie von Initiator Pfarrer Roland Kühne und weiteren Lehrern des Berufskollegs.
Berlin, 10. Dezember 2011 / 2012 / 2013 / 2014 / 2015 / 2016:  Jedes Jahr, am Internationalen Tag der Menschenrechte, dem Tag der Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo, demonstrieren Schülerinnen und Schüler des Rhein-Maas Berufskollegs vor der Chinesischen Botschaft für die Freilassung von Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo. Eine stetig wachsende Gruppe machte sich mit selbst gestalteten Transparenten und Plakaten immer wieder auf den weiten Weg nach Berlin. „Wir lassen Xiaobos Stimme der Demokratie und Menschlichkeit nicht unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit verstummen, sondern lassen sie in aller Öffentlichkeit vor der Chinesischen Botschaft in Berlin erschallen“, erklärte 2015 Religionslehrer und Pfarrer Roland Kühne. 2016 taten dies 350 Schüler*innen!

Kempen, 13. Juli 2017: Trauergottesdienst für Liu Xiaobo, der an diesem Tag verstarb.

Seitdem wird jedes Jahr am 13. Juli ein Gedenkgottesdienst für den Verstorbenen gehalten. 2018 Berlin, 2019 Köln, 2021 Hamburg und 2022 London.

 

 

  • Bettina Furchheim (Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
  • Robert Ingenhorst