Pressemitteilung

Petra Vahrenhorst als neue Assessorin eingeführt

  • 03.08.2026

Fast hätte sie den Pfarrberuf aufgegeben

Krefeld/Viersen. Es gab einen Zeitpunkt, an dem Petra Vahrenhorst ernsthaft darüber nachdachte,
den Pfarrberuf hinter sich zu lassen. Nach ihrem Vikariat und Probedienst in Wuppertal fand die
Theologin – wie die meisten ihrer Generation – keine feste Anstellung, arbeitete auf Honorarbasis in
der Seniorenarbeit und absolvierte eine Qualifizierungsmaßnahme im Personalmanagement. Heute,
drei Jahrzehnte später, prägt sie den Kirchenkreis Krefeld-Viersen seit fast zehn Jahren über ihre
Arbeit im Kreissynodalvorstand (KSV). Am Sonntag wurde sie als Assessorin und damit als erste
Stellvertreterin von Superintendentin Dr. Barbara Schwahn in ihr neues Leitungsamt eingeführt.

Dass ihre Einführung ausgerechnet in Kaldenkirchen stattfand, war Petra Vahrenhorst ein
persönliches Anliegen. Hier fühlt sie sich kirchlich zu Hause. Als Vorsitzende des
Bevollmächtigtenausschusses begleitet sie derzeit die Entwicklung der Kirchengemeinde „An der
Nette“. Bereits zuvor engagierte sie sich dort über Jahre in der Konfirmandenarbeit.

Mit Leidenschaft Schulpfarrerin

Seit 1999 arbeitet Petra Vahrenhorst als Schulpfarrerin am Berufskolleg in Dülken. Die Arbeit mit
jungen Menschen macht ihr bis heute Spaß. „Man weiß sehr schnell, woran man ist“, sagt sie über
ihre Schülerinnen und Schüler. „Sie lassen sich auf religiöse Fragen ein – auch diejenigen, die mit
Religion oder Kirche zunächst wenig anfangen können.“ Gerade diese Offenheit, sowie die
unterschiedlichen Perspektiven und kritischen Fragen der jungen Menschen machen für sie den Reiz
ihrer Arbeit aus.

Verantwortung ist für sie mehr als ein Amt

In ihrer Einführung griff Superintendentin Dr. Barbara Schwahn den Wochenspruch aus Lukas 12,48
auf: „Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem
wird man umso mehr fordern.“ Der Vers passe zu Petra Vahrenhorst, die ihre Begabungen und ihre
Erfahrung seit vielen Jahren mit großem persönlichem Einsatz in den Dienst der Kirche stelle. „Sie
kniet sich mit großer Hingabe in ihre Aufgaben hinein und zählt dabei nicht die Stunden“, sagte
Schwahn.

Barbara Schwahn gratuliert Petra Vahrenhorst

Dieses Engagement reicht weit über ihre Tätigkeit als Schulpfarrerin hinaus. Seit 2017 gehört Petra
Vahrenhorst dem Kreissynodalvorstand an. Zuletzt als Skriba (Schriftführerin und 2. Stellvertretung
der Superintendentin). Sie war maßgeblich an der Entwicklung der Kirchenkreiskonzeption beteiligt
und wirkt in zahlreichen kirchlichen Gremien auf Kirchenkreis- und landeskirchlicher Ebene mit.
Gleichzeitig engagiert sie sich seit vielen Jahren im Förderverein des Berufskollegs Viersen-Dülken
und initiierte unter anderem Fahrten zur Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau sowie das Projekt
„Erinnerungslernen“.

Dabei versteht sie Leitung nicht als Frage von Positionen, sondern von Verantwortung. „Wir sind alle
gemeinsam im Auftrag des Herrn unterwegs“, beschreibt sie ihre Haltung. Deshalb sei es ihr wichtig,
„das große Ganze zusammenzudenken“. Welche Funktion sie dabei habe, sei für sie zweitrangig.

Früh durch Heimatgemeinde geprägt

Geboren und aufgewachsen in Neuwied, fand Petra Vahrenhorst über ihre Heimatpfarrerin zur
Theologie. „Sie hat sehr viel theologisch mit uns Jugendlichen gearbeitet und uns wertvolle
Bibelbotschaften mit auf den Weg gegeben. Ich fand es toll, die biblischen Impulse auf die eigene
Lebensrelevanz hin zu reflektieren. Daher wuchs der Wunsch in mir, diese Reflektion systematisch zu
betreiben“, erinnert sie sich.

Ihr Studium führte sie dann nach Wuppertal, Göttingen und Bochum –
drei Hochschulstandorte mit sehr unterschiedlichen theologischen Prägungen. Gerade diese Vielfalt
habe ihren Blick auf den christlichen Glauben und Kirche erweitert und profiliert.
Gewählt ist Petra Vahrenhorst zunächst bis zu den nächsten regulären Assessorwahlen in zwei
Jahren. „Bis dahin, habe ich genügend Zeit zu schauen, wie sich das Amt mit meiner hauptberuflichen
Arbeit stemmen lässt“, sagt sie.

Zum Hintergrund: Die Kreissynode hatte im vergangenen Jahr
beschlossen, keine Entlastungsstelle mehr für das Assessorenamt vorzuhalten, sodass die Aufgaben
von nun an nebenamtlich ausgeführt werden müssen.

  • Ramona Kullick